Saarbrücker Zeitung vom 15.07.2021

Musikgenuss am Holzer Wasserturm Aktion Kultur Heusweiler und Richard-Wagner-Verband sorgen für sommerliches Vergnügen auf hohem Niveau. Das Holzbläserensemble der Hochschule für Musik Saar trat am vergangenen Sonntag in Holz auf. FOTO: ANDREAS ENGEL VON ANDREAS ENGEL HEUSWEILER-HOLZ – Charles Gounod und Felix Mendelssohn Bartholdy waren als Komponisten mit eingeladen zur Matinee der Aktion Kultur Heusweiler und des Richard-Wagner-Verbandes Saarland am Wasserturm in Holz. Beim ersten Konzert nach der coronabedingten Konzertpause versuchte Dauerregen, den Musikfreunden den Genuss und die Laune beim Auftritt des Blechbläserensembles der Hochschule für Musik Saar (HfM) zu verderben, was nicht gelang. Am letzten Sonntag nun, beim Auftritt des Holzbläserensembles der HfM, klappte es mit dem Wetter, sodass die gut 100 Gäste hervorragende Musik des international besetzten Studierenden-Ensembles diesmal ohne nasse Füße und Schirme genießen konnten. Mit dem ersten und vierten Satz der „Petite Symphonie” in B-Dur für Bläser von Charles Gounod (1818 bis 1893) stimmten die zehn Studierenden der HfM das Publikum ein. Gounod komponierte das kammermusikalische Werk 1885 auf Wunsch eines Pariser Bläserensembles, der Société de musique pour instruments à vent. „Die kleine Symphonie” für Flöte und Paare von Oboen, Klarinetten, Hörnern und Fagotten wurde erstmals im April 1885 in Paris aufgeführt. Aber erst 1904 wurde die Partitur veröffentlicht. Der französische Künstler Gounod schrieb zahllose Opern, Messen, Schauspielmusik, Kantaten und Orchesterwerke, darunter auch die Hymne des Vatikanstaates. Das musikalische Hauptthema des Vormittags war jedoch eine Suite aus Felix Mendelssohn Bartholdys „Ein Sommernachtstraum” Opus 61, eingerichtet für Bläser von Andreas Tarkmann. Die Musik zu William Shakespeares Komödie „Sommernachtstraum” gehört zu den beliebtesten und meistgespielten Werken des genialen, aber leider früh verstorbenen Komponisten Mendelssohn Bartholdy, er lebte von 1809 bis 1847, und hat insbesondere durch den „Hochzeitsmarsch ” weltweite Berühmtheit erlangt. Der Leiter des HN-Ensembles, Guilhaume Santana, erläuterte kurz die Geschichte der Bläserensembles. Zur Zeit Mozarts war diese Besetzung sehr beliebt, denn die Musiker traten auch außerhalb der Konzertsäle auf und brachten somit Opernmusik unters „einfache “Volk, das sich Konzertbesuche nicht leisten konnte. Wolfgang Schug, Vorsitzender der Richard-Wagner-Verbandes Saar, lobte die Kooperation mit der Aktion Kultur Heusweiler. Er nannte den Vorsitzenden der Aktion Heusweiler, Günter Bost, einen „Brückenbauer zwischen dem Verein in Heusweiler, des Richard-Wagner-Verbandes und der Hochschule für Musik Saar”, ganz im Sinne der Kunst.

Saarbrücker Zeitung vom 04.07.2021

Comeback der jungen HfM-Blechbläser nach 16 Monaten Corona-Abstinenz am Wasserturm in Heusweiler-Holz. VON MARCO REUTHER HEUSWEILER „Die Bläser waren ja mit den Sängern — die gefährlichsten Menschen”, sagt, ironisch gemeint, Jochen Lorenz. Schließlich werden die Blechbläser in Corona-Zeiten argwöhnisch beäugt, weil vorne aus Trompete & Co. neben den Tönen womöglich auch mit Viren belastete Aerosole entweichen. Jochen Lorenz unterrichtet Trompete und Fachdidaktik an der Hochschule für Musik Saar (HM) in Saarbrücken, leitet dort auch das große Blechbläser-Ensemble. Größere Auftritte, wie sie für die Ausbildung wichtig sind, waren etwa 16 Monate lang nicht möglich, die Stimmung im Ensemble war in dieser Hinsicht ein ganz tiefes düsteres Moll — bis zu diesem Sonntagvormittag: Zwölf Studierende kamen mit ihrem „Blech” zum Wasserturm im Heusweiler Ortsteil Holz, um eine Matinee zu spielen. Da passte das Eröffnungs-Stück des Konzertes sehr gut, denn mit „The Arrival of the Queen of Sheba” („Die Ankunft der Königin von Sheba”) hat Komponist Georg Friedrich Händel ein fröhliches, optimistisches Stück geschaffen, das in Holz umso kraftvoller wirkte, weil es gleich von zehn Blechbläsern vorgetragen wurde, die ihre Aufgabe auch ausgezeichnet „händelten”. Es war jedenfalls — und das würde sicher jeder aus dem Publikum bestätigen — eine Freude, mit welcher Konzentration und mit welchem Können alle Stücke dieses Vormittags gespielt wurden. Und das unter erschwerten Bedingungen, denn was als Open-Air-Konzert auf dem ehemaligen Bergwerksgelände mit historischem Gebäudebestand gedacht war, das musste wegen fast ununterbrochen strömenden Dauerregens in eine Art große, nach einer Seite offenen Scheune verlegt werde. Die Freude, endlich wieder in großer Besetzung vor Publikum spielen zu dürfen, merkte man den jungen Leuten dennoch an. Dass das Konzert eine große Bandbreite hatte, zeigte sich schon am Titel „Von königlichen Fanfaren und der Katzenmusik … ” — „Katzenmusik” deshalb, weil auch „Brass Cats” von Chris Hazell dazugehörte: Der Komponist hat in dem Stück, das als ein Schlüsselwerk für Blechbläser gilt, seine vier Katzen porträtiert. Offenbar vier schwierige Charaktere, denn es ist, wie auch die anderen Stücke, nicht einfach zu spielen: „Anstrengend ist das Programm — das hat sich gewaschen”, sagt Lorenz. Wie wichtig solche Konzerte („die sind Gold wert”) für die jungen Musiker seien, das habe auch Corona bestätigt, denn die fehlende Praxis, „die merkt man schon”, trotz fleißigem Üben. Nach dem Konzert konnten wir mit vier der jungen Musiker reden und ernteten auf die Frage, ob die lange Konzert-Abstinenz auch mal daran denken ließ, vielleicht doch nicht Berufsmusiker zu werden, vier Mal heftiges Kopfschütteln und vier deutliche „Nein” , und Rosa Benz erklärt: „Den Ehrgeiz legt man ja nicht mal so eben von heute auf morgen ab.” Zumal, ergänzt Timo Seewald, alle Musikstudierenden ja schon etliche Jahre vor dem Studium zur Musik gefunden haben, die Liebe zur Musik also sicher keine Eintagsfliege ist. Der Neustart, so Rosa Benz — die anderen bestätigen es — sei vom Gefühl her „ein Mix aus Nervosität und Vorfreude” gewesen. Und was bedeutet es ihnen, nun

wieder in großer Besetzung vor Publikum spielen zu können, statt — was viele getan hatten — Musik übers Internet zu streamen? „Das ist nicht zu vergleichen. Der Kontakt mit dem Publikum ist live natürlich viel intensiver — man spürt das Publikum”, sagt Marcus Müller. Es beeinflusse auch die eigene Gefühlslage, schildert Sophie Rüth, dass da etwas vom Publikum zurückkommt, „man spielt tatsächlich mit mehr Gefühl”. Und natürlich, so Timo Seewald, gebe es Live-Erlebnisse, die man bei Internet-Konzerten nie hat, etwa jetzt beim Konzert in Holz der Dauerregen im Hintergrund, „der hat doch gut zu ,Greensleeves’, zu der melancholischen Stimmung gepasst.” Der etwa 400 Jahre alte englische Klassiker war das vierte Stück im Programm. Einen beruflichen Plan B jedenfalls, da sind sich alle einig, habe wegen der Pandemie keiner von ihnen. Dass das Ensemble mit Schwung bei der Sache ist, zeigte sich auch im letzten Stück, „Ein Londoner in New York” von Jim Parker. Ein Teil des Stücks widmet sich dem Grand-Central-Bahnhof, und es war eine Riesenfreude, als vier Trompeten, vier Posaunen, ein Horn und eine ma eine Eisenbahn auf wilder Fahrt durch die Scheune am Holzer Wasserturm schickten. Lorenz, auch Dirigent der Matinee, zeigte sich hocherfreut, dass seine Studierenden ihr Comeback „so positiv-offensiv angepackt haben, da hat man gemerkt: Die haben so richtig Bock, die haben Lust aufs Spielen. ” Keiner habe sich vom hohen Standard der HfM schrecken lassen, auch wenn man im Vorfeld des Konzertes nur sechs Mal gemeinsam proben konnte, „das war ‘n bisschen sportlich, aber es ist super gelaufen”. So ist Lorenz nicht zuletzt der „Aktion Kultur Heusweiler” dankbar, denn die hat, zusammen mit dem Richard-Wagner-Verband Saar — den Auftritt möglich gemacht. Und es war bei weitem nicht das erste Mal, dass die Aktion Kultur Nachwuchs-Musiker durch Auftrittsmöglichkeiten fördert, denn das gehört zu ihren ausdrücklichen Zielen. So sei es jetzt auch darum gegangen, schildert der Vereins-Vorsitzende Günter Bost, den Musikstudierenden schnellstmöglich wieder Auftrittsmöglichkeiten anbieten zu können, zumal im Bereich der klassischen Musik, die insgesamt wieder mehr Beachtung vertragen könne. Daher seien die Konzerte natürlich nicht nur eine Förderung für die Studierenden, sondern auch ein Angebot „für alle Klassik-Willigen”. Kommendes Jahr darf man sich auf besonders viele Konzerte der HfM Saar freuen, denn dann wird sie 75 Jahre alt. Das nächste Konzert der Aktion Kultur, Sonntag, II. Juli, ist schon ausgebucht. Die Gäste sollten frühzeitig da sein. www.hfm.saarland.de www.aktion-kultur-heusweiler.de www.jochenlorenz.com

INFO Was im Konzert gespielt wurde

„The Arrival of the Queen Sheba” (Der Einzug der Königin von Saba”) von Georg Friedrich Händel (aus dem Oratorium „Solomon”, Premiere: 1749).

„Sonata Pian’e Forte” von Giovanni Gabrieli. Das Werk von 1597 gilt als ein Wegbereiter der Instrumentalmusik.

„4 Brass Cats” von Chris Hazell, der darin seine vier Katzen porträtiert, gilt als ein Schlüsselwerk für Blechbläser. Hazell schrieb es für das 1951 gegründete „Philip Jones Brass Ensemble”, das erste echte Blechbläser-Ensemble.

„Greensleeves”, eines der wohl populärsten englischen Lieder, das aus dem Elisabethanischen Zeitalter stammt und in unzähligen Variationen sogar als Rock-Version Verbreitung fand.

„A Londonerin New York” von Jim Parker, ein musikalisches Porträt der Stadt New York.

Saarbrücker Zeitung vom 03.01.2019

Musik als das gewisse Extra Die Aktion Kultur Heusweiler verstärkt ihre Förderung zusätzlicher Musikstunden an den Heusweiler Grundschulen. VON MARCO REUTHER HEUSWEILER „Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten", lautete eine Erkenntnis des griechische Philosophen Aristoteles vor über 2300 Jahren. So gesehen ist die Aktion Kultur Heusweiler auch ausgezogen, um Freude in die Welt zu tragen, und das nicht nur mit den Konzerten, die sie jedes Jahr organisiert, sondern vor allem auch mit ihrem Engagement für die Musikalische Grundausbildung an den drei Heusweiler Grundschul-Standorten. Und dieses Engagement hat die Aktion Kultur nun auf ganz neue, noch kräftigere Beine gestellt, schilderte der Vereinsvorsitzende Günter Bost gestern im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. 2013 hatte der Verein mit seinen zusätzlichen Musikstunden begonnen, die einmal wöchentlich in den Ortsteilen Holz, Eiweiler und Heusweiler in den Klassenstufen zwei und drei angeboten werden — auf freiwilliger Basis. „Aber in Eiweiler machen die beiden Klassen komplett mit", freut sich Bost. An den beiden anderen Schulen besuchen je 15 bis 25 Kinder die Kurse, zu denen neben Singen zum Beispiel auch rhythmische Bewegungen, Tanz und das Kennenlernen von Instrumenten gehören. Bisher leitete Musikpädagogin und Violinistin Tamara Meschwelischwili alle sechs Kurse. Künftig wird sie sich auf Eiweiler konzentrieren, dafür sind nun, nicht zuletzt dank guter Verbindungen Bosts zur Hochschule für Musik Saar (HfM), zwei weitere Musikpädagoginnen, Günter Bost FOTO: ANDREAS ENGEL die auch ausgebildete Instrumental-Musikerinnen sind, dazugestoßen: für Heusweiler Adriana Muel1er-BaIdo, für Holz Lulu Yang, die vor ihren Abschlüssen in Deutschland schon in China Musik studiert hatte. Weiterhin mit dabei ist Musikpädagogin Miriam Gehring für die zusätzliche, im vorigen Schuljahr gegründete Chor-AG in Holz. Neu dazugestoßen ist Stephan Decker, der an der Musikschule Püttlingen Lehrer für Schlagzeug und Percussion ist. Dass auch ein Instrumental-Lehrer mitmacht, liegt an einer weiteren Umstellung: Künftig läuft die Musikalische Grundausbildung nur noch im zweiten Schuljahr, während das dritte Schuljahr einer gewissen Spezialisierung auf Instrumente, vielleicht auch dem Vorbereiten eines Musicals, vorbehalten ist. So gibt Schlagzeuglehrer Decker an der Grundschule Holz einen sogenannten Trashdrumming-Kurs, „das macht den Kindern Riesenspaß", schildert Bost, „ist aber auch sehr anstrengend und erfordert hohe Konzentration". Doch nicht nur die Kinder machen mit; Bost: „Wir haben das Glück, dass die Schulleitungen, Lehrer und Fördervereine dahinterstehen — ohne ginge es auch gar nicht." Auch die Finanzierung der jährlich benötigten 10.000 bis 12.000 Euro steht jetzt auf sichereren Beinen und entlastet die Aktion Kultur Heusweiler: Etwa die Hälfte wird über das Kultusministerium zugeschossen, die andere Hälfte tragen zu gleichen Teilen die Gemeinde Heusweiler, die Schulfördervereine und die Aktion Kultur Heusweiler. Der gewissermaßen geistige Vater der Musikalischen Grundausbildung in Heusweiler ist Professor Michael Dartsch, an der HfM auch Leiter des Studiengangs „Elementare Musikpädagogik". Das Projekt in Heusweiler, so hatte es Dartsch bei dessen Einführung beschrieben, solle auch einen Beitrag zur Bildung der Kinder leisten und ihnen „neue Möglichkeiten erschließen". — Und vielleicht wird es dann ja auch was mit Aristoteles und der Freude.

Heusweiler Wochenpost vom 08.02.2017

Festliche Klänge zum Jahresbeginn in der Evangelischen Kirche Heusweiler In der Evangelischen Kirche Heusweiler konnte man sich am Sonntagnachmittag von festlichen Klängen musikalisch aufs Neue Jahr einstimmen lassen. Gut 200 Besucher nahmen dieses Angebot an und erlebten ein Konzert, das sich bewusst von den üblichen Neujahrskonzerten abhob und vom Blechbläserquintett LJO – Brass dem besonderen kirchlichen Raum angemessen gestaltet wurde. Das Programm spannte einen weiten Bogen von der Renaissance über das Barock und die Klassik bis hin zur zeitgenössischen Musik und dem Jazz. Sehr festlich-strahlend der Einstieg mit der Sonata per sonare no. 4 von Giovanni Gabrieli, die in der damals üblichen verteilten Aufstellung wirksam präsentiert wurde, und mit Auszügen aus der bekannten Feuerwerksmusik von G. F. Händel. Spieltechnisch brillant fanden die jungen Musiker sofort die Brücke zum Publikum. Interessant dann das Zusammentreffen von J.S. Bachs Präludium D-Dur für Orgel mit Friedrich Guldas Bebop-Fuge: Barock meets Jazz. Im Mittelteil beeindruckte die junge Sopranistin Elena Harsányi als Gastsängerin mit ihrer wunderbar biegsamen Stimme, die mit Händels „Let the bright seraphim“ aus dem Oratorium Samson und Mozarts Motette „Exsultate, jubilate“ das Publikum gefangen nahm. Zweifellos ein Glanzpunkt des Programms. Manch einer der begeisterten Zuhörer wird sich freuen, sie demnächst mit dem Programm „Jardins secrets – Geheime Gärten“ in Heusweiler wieder erleben zu können. Moderne Harmonien und Rhythmen dominierten den dritten Abschnitt, angefangen mit „Dormite Ninito“ im Arrangement von Thorsten Maaß, mit Auszügen aus der „Suite Americana“ von Enrico Crespo, „Thats a plenty“ von Lew Pollak und einer schmissigen Bearbeitung des „Jägers aus Kurpfalz“ als eine Hommage an die Heimat der Musiker. Stürmischer Applaus und „Just a closer walk“ als Zugabe beendeten ein in jeder Hinsicht sehr gelungenes Konzert, das von Johannes Leiner, einem der beiden Trompeter, gekonnt und mit interessanten Hintergrundinformationen moderiert wurde. Hochzufrieden die Musiker, die Besucher und die Konzertveranstalter: die Aktion Kultur Heusweiler, die evangelische Kirchengemeinde und die Gemeinde Heusweiler. Und nicht zuletzt: die Aktion Kultur Heusweiler bedankt sich ganz herzlich bei den Besuchern für die großzügigen Spenden zur Deckung der Kosten und ebenso beim saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur für die freundliche Unterstützung des Konzerts. Die Musiker von LJO-Brass: Johannes Leiner und Felix Schauren (Trompete), Jared Scott (Horn), Bruno Wipfler (Posaune) und Constantin Hartwig (Tuba).

Saarbrücker Zeitung vom 04./05.02.2017

Festliche Klänge zum Jahresbeginn in der Evangelischen Kirche Heusweiler In der Evangelischen Kirche Heusweiler konnte man sich am Sonntagnachmittag von festlichen Klängen musikalisch aufs Neue Jahr einstimmen lassen. Gut 200 Besucher nahmen dieses Angebot an und erlebten ein Konzert, das sich bewusst von den üblichen Neujahrskonzerten abhob und vom Blechbläserquintett LJO – Brass dem besonderen kirchlichen Raum angemessen gestaltet wurde. Das Programm spannte einen weiten Bogen von der Renaissance über das Barock und die Klassik bis hin zur zeitgenössischen Musik und dem Jazz. Sehr festlich-strahlend der Einstieg mit der Sonata per sonare no. 4 von Giovanni Gabrieli, die in der damals üblichen verteilten Aufstellung wirksam präsentiert wurde, und mit Auszügen aus der bekannten Feuerwerksmusik von G. F. Händel. Spieltechnisch brillant fanden die jungen Musiker sofort die Brücke zum Publikum. Interessant dann das Zusammentreffen von J.S. Bachs Präludium D-Dur für Orgel mit Friedrich Guldas Bebop-Fuge: Barock meets Jazz. Im Mittelteil beeindruckte die junge Sopranistin Elena Harsányi als Gastsängerin mit ihrer wunderbar biegsamen Stimme, die mit Händels „Let the bright seraphim“ aus dem Oratorium Samson und Mozarts Motette „Exsultate, jubilate“ das Publikum gefangen nahm. Zweifellos ein Glanzpunkt des Programms. Manch einer der begeisterten Zuhörer wird sich freuen, sie demnächst mit dem Programm „Jardins secrets – Geheime Gärten“ in Heusweiler wieder erleben zu können. Moderne Harmonien und Rhythmen dominierten den dritten Abschnitt, angefangen mit „Dormite Ninito“ im Arrangement von Thorsten Maaß, mit Auszügen aus der „Suite Americana“ von Enrico Crespo, „Thats a plenty“ von Lew Pollak und einer schmissigen Bearbeitung des „Jägers aus Kurpfalz“ als eine Hommage an die Heimat der Musiker. Stürmischer Applaus und „Just a closer walk“ als Zugabe beendeten ein in jeder Hinsicht sehr gelungenes Konzert, das von Johannes Leiner, einem der beiden Trompeter, gekonnt und mit interessanten Hintergrundinformationen moderiert wurde. Hochzufrieden die Musiker, die Besucher und die Konzertveranstalter: die Aktion Kultur Heusweiler, die evangelische Kirchengemeinde und die Gemeinde Heusweiler. Und nicht zuletzt: die Aktion Kultur Heusweiler bedankt sich ganz herzlich bei den Besuchern für die großzügigen Spenden zur Deckung der Kosten und ebenso beim saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur für die freundliche Unterstützung des Konzerts. Die Musiker von LJO-Brass: Johannes Leiner und Felix Schauren (Trompete), Jared Scott (Horn), Bruno Wipfler (Posaune) und Constantin Hartwig (Tuba).

Saarbrücker Zeitung vom 23.03.2016

Ein Eisenbahner auf rasanter Jagd nach der geklauten Lokomotive Stummfilm „Der General” lief im Filmtheater Heusweiler Improvisationsklasse der Hochschule für Musik Saar spielte dazu Gut 75 Cineasten genossen den Abend im Filmtheater Heusweiler. Zu sehen gab’s einen Stummfilm-Klassiker mit Buster Keaton, zu hören Klänge von Professor Jörg Abbing und den Studentinnen Laura Wickert und Anne Mälzer. Heusweiler. Im Filmtheater Heusweiler gab es am Freitag Impro-Musik zum Stummfilm „Der General” mit Buster Keaton. Keaton, bekannt als „Stoneface” mit stets unbewegter Mimik, hetzt als Eisenbahner Johnnie Gray seiner geklauten Lokomotive „General” hinterher und ebenso den scheinbar übermächtigen Gangstern und seiner schon verloren geglaubten Liebe Annabelle Lee. Keaton stolpert, fällt und flüchtet in Slapstick-Manier bis zum Happy End durch die Handlung. Leo Schönhofen, 81-jähriger Kinovorführer und mit Ehefrau Christa Betreiber „des schönsten Filmtheaters im Saarland” (so Günter Bost von der Aktion Kultur Heusweiler), zeigt die Technik im Vorführraum. Das Ganze funktioniert über zwei digital gesteuerte Beamer mit Blueray-Technik und eine, gegenüber heutigen Filmen, etwas verkleinerte Projektionsfläche. Muss man technisch nicht verstehen, geliefert werden jedenfalls astreine Kinobilder. Plus eine Handlung, die dem rasanten Tempo der gezeigten Eisenbahn-Verfolgungsjagd gerecht wird. Im Sekundentakt tauchen neue Unwägbarkeiten, Überraschungen und Hindernisse auf, die von den Protagonisten, ob gut oder böse, genial gemeistert werden und für spontane Heiterkeitsausbrüche beim Publikum sorgt! Gut 75 Cineasten genießen den Abend, der vom Aktionskreis Kultur, der Gemeinde Heuswei1er und den Kinobesitzern gemeinsam gestaltet wird. Was dem heutigen Film sein Soundtrack, war dem Stummfilm die Liveuntermalung. Beim „General” fühlt sich dafür die Improvisationsklasse der Hochschule für Musik Saar verantwortlich. Mit Professor Jörg Abbing (Klavier) musizieren im Filmtheater Heusweiler die Studentinnen Laura Wickert, ebenfalls Klavier, und Anne Mälzer, Klarinette. Wie nähert man sich einem Stummfilm musikalisch an? „Wir haben uns gemeinsam den Film angeschaut und uns Gedanken gemacht. Abgesprochen haben wir uns aber nur hinsichtlich der zu spielenden Tonarten, alles Weitere ergibt sich während der Aufführung.” Und das Trio löst seine Aufgabe hervorragend, genreübergreifend sozusagen, irgendwo zwischen Klassik, Jazz und Pop angesiedelt. „Die Reifeprüfung” folgt „So wie es früher halt im Kino war”, resümiert Klaus Kleinefeld, 2. Vorsitzender der Aktion Kultur. Musik von stark suggestiver Kraft jedenfalls, die prima mit dem genial gefilmten General harmonierte. Zum zufriedenen Publikum gehörte auch Helmut Bund, der als Schatzmeister der Aktion Kultur natürlich auch die Finanzen im Auge behalten muss. Bund: „Das ist, finanziell und organisatorisch gesehen, immer eine Gratwanderung. Wir setzen die Reihe mit Filmen und Livemusik in Heusweiler aber auf jeden Fall fort.” Und das bereits am Freitag, 29. April, 20 Uhr: Dann wird im Filmtheater Heusweiler ein weiterer Klassiker, „Die Reifeprüfung” mit dem Hauptdarsteller Dustin Hoffmann, gezeigt. Dazu spielt die saarländische Band „French Connection” die Reifeprüfung-Filmmusik mit Kompositionen der legendären Simon & Garfunkel.

Saarbrücker Zeitung vom 01.07.2013

Das Projekt „Musikalische Grundausbildung”, dass die Aktion Kultur Heusweiler initiiert, geht in die Sommerpause. Zuvor zeigten Heusweiler Grundschüler in der voll besetzen Kulturhalle, was sie gelernt haben. Die
Jungen und Mädchen präsentierten auch das Musical „Der Notenbaum”. Die musikalische Grundausbildung umfasst Singen, Stimmbildung, Bewegung und Tanz, Instrumentalspiel sowie die Verbindung mit Malerei, Sprache und Theater. Unser Foto zeigt Kinder bei der Musical-Aufführung.

Saarbrücker Zeitung vom 01.07.2013

Kinderkonzert wird zum echten Knüller – Kinder aus den drei Grundschulen der Gemeinde Heusweiler gaben ein Konzert im proppenvollen Rathausfestsaal. Und zeigten dabei, was sie in einem Projekt mit Musikpädagoginnen gelernt haben.

Heusweiler. Ein Kinderkonzert steht an. Bürgermeister Thomas Redelberger hat zur Feier des Tages einen Schlips mit Legosteinmuster umgebunden. Kinder der Grundschulen in Holz, Dilsburg und Eiweiler wirken mit. Nora Rixius, die mit Sarah Ayub das Projekt leitet, gibt Regieanweisungen fürs Schlusslied. „Denkt dran, wir sind auf der Bühne und müssen alles übertreiben. Man muss sehen, wenn ihr singt. Macht ganz deutliche Lippenbewegungen. Und bleibt am Ende ziemlich lange stehen“, sagt die freiberufliche Musikpädagogin. „Wann geht es los?“, fragt der achtjährige Jaron, einer der Mitwirkenden. „Wenn der Saal voll ist und alle auf ihren Plätzen sitzen“, antwortet Nora Rixius.
Im Festsaal wird es eng
Doch dann wird es schnell übervoll. Mitschüler, Eltern, Großeltern, kleine und große Geschwister kommen, und schon bald wird es im Festsaal zu eng. Man drängelt sich auf der Empore, hockt sich auf die Treppenstufen, lehnt sich an die Wand. Stühle werden herbeigeschleppt. Für alle reicht es trotzdem nicht. Auch die Sicht ist nicht ganz so gut. Schade, denn das Konzert ist ein echter Knüller. Wer der Einladung der Kinder folgt und an einer bestimmten Stelle mitmacht, macht beispielsweise die Erfahrung, dass Füße ein prima Trommelinstrument abgeben. Hände sind ja generell takttauglich. Viele Gedanken gehen dem Zuhörer durch den Kopf, denn hier werden die Grenzen der Musik neu ausgelotet. Rhythmisches Sprechen, Sprechen im Kanon. Ringelreih im Kanon mit Kindern in farbigen Kleidern. Musik wird sichtbar. Die Schulkinder recken sich zu lauten Tönen und machen sich klein, wenn es leise wird. Sie bewegen sich zappelig oder langsam und lassen sich beim Magnettanz auf den Boden plumpsen. Das Besondere am Konzert ist die sehr anschauliche Darstellung. Der Zuhörer wird zum Zuschauer. Von jeder Schule machen zwei Gruppen mit. Eine aus dem zweiten und eine aus dem dritten Schuljahr. Jede Gruppe hat ein Projekt eingeübt. Als Inseln mit unterschiedlichem musikalischem Charakter, die Matrosen auf einer Musik-Tanz-Entdeckungsreise ansteuern, werden die Teile zum Ganzen.
Eltern als Chauffeur gefragt
Die Saarländerin Sarah Ayub und Nora Rixius aus Berlin, die beide an der Saarbrücker Musikhochschule bei Professor Dr. Michael Dartsch Elementarmusik studiert haben, haben das Konzert mit den Kindern erarbeitet. Für Kinderkonzerte brauche man „gute Ideen, ein schlüssiges Konzept und viel Unterstützung“, erklärt Nora Rixius. Ohne die Eltern gehe gar nichts, denn die Kinder brauchten einen Chauffeur. Der Lions Club, der Eiweiler Musikverein, Firmen und Privatpersonen konnten als Sponsoren gewonnen werden. Das Projekt, vom saarländischen Bildungsministerium unterstützt, ist auf zwei Jahre angelegt.
Zum Thema:
Hintergrund: Die Aktion Kultur Heusweiler, unter Leitung von Günter Bost, existiert seit letztem Herbst. Die musikalische Grundausbildung ist das erste Projekt des Vereins. Als nächstes will man die Sparten Literatur und Theater in den Fokus rücken. Außerdem soll es in diesem Jahr noch ein musikalisches Podium für junge Künstler geben.